Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule Schreventeich/Wik mit Grundschule Wik
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Friedrich Junge (1832 - 1905)

Friedrich Junge

Friedrich Junge (1832 - 1905) war ein Schulmann, dessen Name den Anfang einer neuen Epoche in der Methode des naturgeschichtlichen Unterrichts bezeichnet. Er gehört zu den wenigen Altmeistern der Methodik, deren Bedeutsamkeit bis in die Gegenwart reicht.

Junges akademischer Lehrer Karl Möbius machte ihn auf L.K.Schmarda, einen Wiener Zoologen, aufmerksam. Schmarda führte Junge zu der Erkenntnis, dass die Einheit in der großen Mannigfaltigkeit der Naturphänomene in bestimmten Gesetzmäßigkeiten der Lebewesen zu suchen sei. Junge untersuchte Schmardas "16 Gesetze der Organisation der Lebewesen" auf ihre Brauchbarkeit für den Biologieunterricht. So kam Junge zu den "8 Gesetzen des organischen Lebens":
1. Das Gesetz der Erhaltungsmäßigkeit: Aufenthalt, Lebensweise und Einrichtung entsprechen einander.
2. Das Gesetz der organischen Harmonie: Jedes Lebewesen ist ein Glied des Ganzen.
3. Das Gesetz der Anpassung: Lebensweise und Einrichtung passen sich veränderten Verhältnissen an.
4. Das Gesetz der Arbeitsteilung und der Differenzierung der Organe.
5. Das Gesetz der Entwicklung: Jeder Organismus entwickelt sich, und zwar aus dem Einfachen heraus zur Stufe der Vollendung.
6. Das Gestaltungsgesetz: Die vorhandenen Teile üben auf die hinzugekommenen einen Einfluss aus - derart, dass ein Körper von bestimmter Form entsteht.
7. Das Gesetz des Zusammenhangs: Die einzelnen Organe sind von der Gesamtheit und voneinander abhängig.
8. Das Gesetz der Sparsamkeit.

In diesen Gesetzen lag für Junge der Schwerpunkt seiner Reformbemühungen, den Kindern die Einheit der Natur zum Verständnis zu bringen. Mit seiner umfassenden Schrift "Der Dorfteich als Lebensgemeinschaft" (Kiel 1885) und mit seinen "Beiträgen zur Methodik des naturkundlichen Unterrichts" (1893) kam er der schulpraktischen Verwirklichung seiner Gedankenwelt näher.
Mit der Lebensgemeinschaft glaubte Junge die Gesetze des organischen Lebens als geschlossenes Ganzes erfassen zu können.

Die Größe, Güte und Weisheit Friedrich Junges offenbart so recht der Bericht über sein Hinscheiden im Kreise der Familie, die sich nach einem Schlaganfall um sein Bett versammelt hatte. Während die Familie um ihre Fassung kämpfte, blieb der fiebernde Sterbende Herr der Situation. Er hatte vor einigen Tagen seiner Schwiegertochter versprochen, sie solle eine neue Weinsendung bei ihrem nächsten Besuch probieren. Daran anknüpfend wünschte er, dass dies jetzt geschähe - es war 2 Uhr nachts. Der Wein wurde gebracht.

 

 

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